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Pflaumheim will in die Bezirksliga

Fußball-Relegationsspiel um den Verbleib/Aufstieg in die Bezirksliga Unterfranken 1:
TSV Pflaumheim - FV Karlstadt 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Manuel Römlein (109.), 0:2 Severin Wagner (117.).
Gelb-Rot: Tobias Hock (117., Pflaumheim, wg. Meckerns).
Schiedsrichter: Max Burlein (Abtswind).
Zuschauer: 600 (in Krausenbach).


Es war die 109. Spielminute im Relegationsspiel zwischen dem Bezirksliga-Dreizehnten FV Karlstadt und dem Vizemeister der Kreisliga Aschaffenburg, TSV Pflaumheim, welche die zahlreichen Pflaumheimer Fans völlig aus der Fassung brachte.
Nachdem der Karlstädter Manuel Römlein die Kugel aus rund zwölf Metern an die Unterkante der Latte jagte, sprang der Ball klar vor die Torlinie. Was den Schiedsrichter-Assistenten trotzdem dazu bewegte, die Fahne zu heben und dem Unparteiischen Max Burlein ein Tor zu signalisieren, bleibt wohl sein Geheimnis. Mit dieser Tatsachen-Entscheidung kippte das ansonsten souverän leitende Schiedsrichter-Gespann die Begegnung zu Gunsten des FV Karlstadt, der nun am kommenden Donnerstag (18.30 Uhr, in Güntersleben) gegen den FC Eibelstadt um den letzten freien Platz in der Bezirksliga kämpft.
Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich auf dem Sportplatz des TSV Krausenbach, vor einer prächtigen Kulisse von rund 600 Zuschauern, eine in erster Linie von taktischen Zwängen geprägte Partie mit nur wenigen klaren Torchancen auf beiden Seiten. Die erste Großchance verzeichnete der TSV in der achten Minute, als Tobias Hock den Ball an die Latte des Karlstädter Gehäuses jagte. Auf Seiten des Bezirksligisten war es Torjäger Jörg Boreatti, der in der 21. Spielminute die Pflaumheimer Latte traf. Ansonsten neutralisierten sich die beiden Kontrahenten über weite Strecken der Begegnung, in erster Linie spielte sich die mit hohem kämpferischen Einsatz geführte Partie zwischen den beiden Strafräumen ab.
Das gleiche Bild bot sich den Zuschauern im zweiten Durchgang. Nachdem sich die Truppe von Harald Duhnke zu Beginn der zweiten Halbzeit ein leichtes optisches Übergewicht erkämpft hatte, hätte der TSV Pflaumheim vor allem in den letzten 15 Minuten das Spiel für sich entscheiden können. Insbesondere der eingewechselte Heiko Grimbs sorgte mit schnellen Vorstößen immer wieder für Gefahr vor dem Tor von FV-Keeper Christoph Keller.
Nachdem sich die meisten Zuschauer in der zweiten Hälfte der Verlängerung schon auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten, nutzte Manuel Römlein eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft des TSV und erzielte die Führung für Karlstadt. Der eingewechselte Severin Wagner erzielte gegen die geschockten Pflaumheimer kurz vor dem Abpfiff den zweiten Treffer für die Zementstädter.
Stimmen zum Spiel:
Andreas Peter, Pressesprecher des TSV Pflaumheim: »Der Ball war meiner Meinung nach klar vor der Linie. Daher ist unser Ausscheiden auch absolut unglücklich, weil wir nach meiner Ansicht die stärkere Mannschaft waren. Wir hätten das Spiel am Ende der zweiten Halbzeit entscheiden müssen.«
Harald Duhnke, Trainer FV Karlstadt: »Es war heute ein Spiel auf Augenhöhe, allerdings hatten wir den größeren Druck wie die Pflaumheimer. Wir sind natürlich glücklich, dass wir gewonnen haben und hoffen, dass wir mit einem Sieg gegen Eibelstadt die Klasse halten können.«



-Vorbericht-
Mit dem TSV Pflaumheim nimmt eine Mannschaft an der Relegation zum Aufstieg in die Bezirksliga teil, die sich erst vor zwei Jahren aus der zweithöchsten unterfränkischen Spielklasse verabschieden musste.
Der Vize-Meister der Kreisliga Aschaffenburg trifft im ersten Relegationsspiel auf den Tabellen-Dreizehnten der Bezirksliga Unterfranken, den FV Karlstadt.
Nach einer starken Runde, in der Pflaumheim nur der Spvgg Hösbach-Bahnhof den Vortritt lassen musste, strotzen die Kicker um Trainer Frank Fahle vor Selbstbewusstsein, wie Pressesprecher Andreas Peter berichtet: »Wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken und sind optimistisch, dass wir das Spiel gegen Karlstadt positiv gestalten können.«
Laut Peter will die Fahle-Elf dem FVK sein Spiel aufzwängen und hat den Wiederaufstieg als großes Ziel vor Augen: »Wir werden alles daran setzen, dass wir jetzt, da wir uns für die Relegation qualifiziert haben, auch wieder in die Bezirksliga zurückkehren können.« Der langjährige Bezirksoberligist musste sich vor zwei Jahren in einem dramatischen Entscheidungsspiel der Elsava Elsenfeld nach Elfmeterschießen geschlagen geben und stieg in die Kreisliga ab.
Der FV Karlstadt rutschte erst nach dem letzten Bezirksliga-Spieltag auf den Relegationsplatz ab und durfte sich bei seinem Nachbarn SV Eußenheim bedanken, der die Main-Spessarter mit einem 4:1 Heimsieg in die Saisonverlängerung schickte.
»In Eußenheim sind wir eher mit der jungen Garde aufgelaufen. Die Frage ist jetzt, ob wir dieses Konzept beibehalten oder auf erfahrenere Spieler setzen werden«, beschreibt der stellvertretende Sportvorstand der Karlstädter, Klaus Stadtmüller, die Überlegungen in Reihen des FVK.
Mit Jörg Boreatti (23 Saisontore) verfügt die Elf von Harald Duhnke, der seinen Vorgänger Klaus Ehehalt kurz vor den Osterspieltagen ablöste, über einen brandgefährlichen Torjäger. Auch Steffen Lehofer, der in der vergangenen Runde achtmal in das gegnerische Netz traf, darf von den Abwehrrecken der Pflaumheimer nicht außer Acht gelassen werden. Stadtmüller ist sich den Qualitäten des TSV bewußt: »Wir müssen uns auf eine starke Mannschaft einstellen.«
Sowohl der TSV Pflaumheim, als auch der FV Karlstadt haben derzeit keine verletzten Spieler zu beklagen, so dass Frank Fahle und Harald Duhnke aus dem Vollen schöpfen können.
Der Sieger der Partie spielt gegen den Gewinner des zweiten Relegationsspiels FC Eibelstadt - TSV Erlabrunn um den letzten freien Platz in der Bezirksliga Unterfranken 1.

Publiziert am: Freitag, 04. Juni 2010 (144 mal gelesen)
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