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Geschichte - Nachkriegszeit

 

Im Frühjahr 1946 trafen sich im Gasthaus Krone am "runden Tisch" ältere und jüngere Fußballbegeisterte, um den Verein, der seit 1935 praktisch ruhte, wieder neu ins Leben zu rufen. Initiator dieser Neugründung waren unter anderem: Breunig Josef, Elter Josef, Elter Arthur, Englert Karl, Fath Otto, Fath Erhard, Fath Franz, Fath Willi I und II, Fried Hugo, Hepp Hermann, Kraus Johann, Kroth Alfons und andere mehr.

Man wählte Hermann Hepp zum 1. Vorstand, Fath Otto wurde sein Stellvertreter und das Amt des Kassiers übernahm Werner Dürr. Den Spielbetrieb leitete Elter Josef.

Noch im selben Jahr wurde die Mannschaft zur Verbandsrunde angemeldet, obwohl noch viele junge Männer, die gerne mitgespielt hätten, in den Gefangenenlagern der Alliierten saßen.

Auch die Äußeren Bedingungen waren denkbar ungünstig: Es wurden Eier gesammelt, die dann auf dem Schwarzmarkt gegen einen Fußball eingetauscht wurden. An Fußballschuhe war nicht zu denken. Gespielt wurde in dem Schuhwerk, das jedem gerade zur Verfügung stand. Die ersten echten "Kickschuhe" brachte Urban Bachmann aus der englischen Kriegsgefangenschaft mit nach Hause. Zu den Auswärtsspielen ging man zu Fuß oder fuhr mit dem Rad. Für weitere Strecken stellten die drei in Heimbuchenthal ansässigen Mühlenbesitzer ihre LKW (selbstverständlich mit Holzvergaser) zu Verfügung. Trotz dieser widrigen Umstände war die Mannschaft mit Leib und Seele bei der Sache.

Die erste Verbandsrunde bestritten folgende Spieler: Bachmann Anton, Bohn Alois, Breunig Josef, Englert Klemens, Fath Erhard, Fath Franz, Fath Willi I und II, Kress Fritz, Kroth Alfons, Kroth Josef und Schulz Josef.

Schon im zweiten Jahr nach Wiedergründung konnte die Mannschaft die Meisterschaft der C-Klasse Aschaffenburg erringen.

Nach einjährigem Gastspiel in der B-Klasse Miltenberg musste der TSV wieder absteigen und bestritt die Saison 1949/50 in der C-Klasse Obernburg.

Aber schon in der folgenden Spielzeit wurde erneut die Meisterschaft errungen.

Doch auch dieses mal konnte die B-Klasse nur ein Jahr gehalten werden und der TSV spielte von 1952 bis 1958 in der C-Klasse Aschaffenburg.

Hatte man sich ganz zu Beginn noch direkt am Sportplatz umgezogen, die Kleider an die Tannen gehängt und dann Fußball gespielt, konnte man 1947 schon auf das Gasthaus Sonnenblick als Vereinslokal zurückgreifen. Die Wasch- und Umkleidemöglichkeiten waren dort zwar nicht so, wie man sie heute überall gewohnt ist, doch im Vergleich zu den umliegenden Vereinen waren die Heimbuchenthaler Fußballer und ihre Gäste in ihrem Vereinslokal komfortabel ausgerüstet.

Am Sportplatz selbst stellte man 1955 erstmals eine Holzkonstruktion mit Ziegeldach auf. Sie war ringsum offen und diente sowohl als Regenschutz, als auch zum Verkauf von Getränken.

Die Spielzeit 1957/58 war für den TSV ein erfolgreiches Jahr. Wiederum konnte die Meisterschaft in der C-Klasse Aschaffenburg errungen werden. Die Mannschaft benötigte dafür zwar ein Entscheidungsspiel, das sie auf dem Rot-Weiß-Platz in Aschaffenburg gegen Heigenbrücken absolvieren musste, konnte es aber 2:1 für sich entscheiden. Diese Meisterschaft war der Grundstein für den Aufstieg, den niemand unserem kleinen Dorf zugetraut hätte.

Im Januar 1959 wurde Gottfried Kroth zum neuen Vorstand gewählt. Er begleitete dieses Amt 15 Jahre. Unter seiner Regie machte der Verein nicht nur sportliche Fortschritte, er brachte auch den Mut und die Energie auf (selbstverständlich mit der Unterstützung der Mitglieder und Spieler) am Sportplatz Investitionen und Veränderungen vorzunehmen.

Noch im Dezember 1962 wurde beschlossen, am Sportplatz ein Vereinsheim zu bauen. Da die Finanzlage eines kleinen Fußballvereins selten sehr rosig ist, war man auf Eigeninitiative angewiesen. Schon im Januar 1963 wurden die Fundamente ausgehoben. Noch im Jahre 1963 wurde das erste Vereinsheim fertig gestellt und bezogen.

In juristischer Hinsicht ist das Jahr 1963 ebenfalls von Bedeutung. Da in Heimbuchenthal ein Vereinsring gegründet wurde, dem auch der TSV beitrat, beschloss man, den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen.

Im selben Jahr ging man daran, den Sportplatz tiefer zu legen, und ihn somit zu vergrößern, was mit erheblichen Erdarbeiten verbunden war. Man hoffte, diese Arbeiten kostengünstig durch die US-Army oder die Bundeswehr ausführen lassen zu können. Doch die Verhandlungen zerschlugen sich, so dass man die Erdarbeiten einer Tiefbaufirma übergeben musste. Bei der Ausführung tauchten jedoch nicht vorhersehbare Schwierigkeiten auf. Schwere Felsplatten mussten gesprengt werden, was mit erheblichen Mehrkosten verbunden war.

Während dieser Zeit gruben freiwillige Helfer die Gräben für die Strom- und Wasserversorgung, Umzäunungspfosten wurden in Eigenhilfe gefertigt und alle anfallenden Arbeiten erledigt. Im August 1964 waren die Erdarbeiten am Sportplatz beendet.

Seit 1958 spielte die 1. Mannschaft des TSV in der B-Klasse Aschaffenburg und konnte immer im vorderen Tabellendrittel mitmischen. Rechtzeitig zur Einweihung des Sportheims und des neuen Sportplatzes gelang auch sportlich ein großer Erfolg. In der Saison 1964/65, dem Jahr des 35-jähigen Vereinsbestehen, wurde die Meisterschaft in der B-Klasse erkämpft und damit der Aufstieg in die A-Klasse Spessart, Gruppe II, gesichert.

Mit einem großen Fest wurden diese Ereignisse begangen, hatte man doch einen dreifachen Grund zum feiern:

Das 35-jährige Vereinsjubiläum, die Einweihung des Sportgeländes, sowie die Meisterschaft und den Aufstieg.

Dass der Unternehmergeist der Vorstandschaft trotz der beträchtlichen Anstrengungen der letzten Jahre keineswegs gebrochen war, kann man daraus ersehen, dass schon im Jahre 1965 Pläne zur Erweiterung des Sportheims gefertigt wurden.

Die 1. Mannschaft hielt sich im ersten Jahr ihrer A-Klassen-Zugehörigkeit ganz beachtlich und belegte zum Saisonende den für einen Aufsteiger sehr guten fünften Platz. Auch die Saison 1966/67 wurde mit einem guten Mittelfeldplatz abgeschlossen.

Ende 1967 begannen die Arbeiten am neuen Sportheim. Nach Feierabend und an den Wochenenden trugen viele freiwillige Helfer zum Gelingen dieses Vorhabens bei. Das Heim wurde zum Teil unterkellert und mit Dusch- und Umkleidemöglichkeiten versehen, wozu der Einbau einer Ölheizung erforderlich war. Der Aufenthaltsraum wurde erheblich vergrößert, so dass ein Wirtschaftsbetrieb eingerichtet werden konnte.

Bis Juli 1968 waren von 93 Helfern rund 5000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden. Das ganze Projekt war mit 65000,- DM veranschlagt. Im Juli 1968 wurde das neue Sportheim eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Den Wirtschaftsbetrieb erledigen seit damals freiwillige Helfer unentgeltlich.

Zugleich mit der Einweihung des Vereinsheims feierte der TSV sportlich einen stolzen Erfolg: Den Aufstieg in die Bezirksliga Unterfranken-West. Die Mannschaft belegte im dritten Jahr in der A-Klasse hinter der Spvgg Niedernberg den zweiten Platz und hatte sich somit das Aufstiegsrecht erworben.

In dieser höchsten Spielklasse, der der TSV bis heute jemals angehörte, wehte doch ein anderer Wind, als ihn die Spieler bisher gewohnt gewesen waren. Besonders in taktischer Hinsicht war die Mannschaft ihren Gegnern oft unterlegen. Selten wurde ein Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied verloren, doch am Ende reichten die erkämpften Punkte nicht zum Klassenerhalt und die Mannschaft musste nach einem Jahr Unterfrankenliga wieder in die A-Klasse absteigen.

Im Spieljahr 1969/70 konnte die Mannschaft wieder den zweiten Platz in der Tabelle erreichen, doch durch den veränderten Modus war diesmal ein Aufstieg aus der A-Klasse nicht mehr möglich.

Im Jahr 1970 wurde (zum größten Teil in Eigenleistung) die Flutlichtanlage am Sportplatz erstellt. Sechs Maste mit je zwei Lampen zu 1200 Watt ergaben ausreichend Licht, um abends einen geregelten Trainingsbetrieb und Freundschaftsspiele durchführen zu können.

Sportlich brachte die Saison 1970/71 leider wenig Erfolg. Durch eine Neueinteilung der Spielklassen im Bezirk Untermain mussten in diesem Jahr 5 Mannschaften aus der A-Klasse absteigen. Da unsere Mannschaft nur den fünftletzten Platz belegen konnte, war der TSV einer der Absteiger.

Zwei Jahre konnte sich die Mannschaft in der B-Klasse behaupten, musste dann aber, am Ende der Verbandsrunde 1973 in die C-Klasse absteigen, wo sie die nächsten vier Jahre spielte.

In der Saison 1977/78 belegte der TSV nach einer hart umkämpften Verbandsrunde den zweiten Platz und konnte wieder in die B-Klasse aufsteigen.

Die beiden nächsten Jahre konnte sich die Mannschaft mit jeweils einem 11. und einem 9. Tabellenplatz zwar in der B-Klasse halten, musste jedoch in beiden Jahren hart darum kämpfen, nicht in den Abstiegsstrudel hineingezogen zu werden.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem großen Jubiläumsfest vom 25.-28.7.1980 gefeiert. Als Festpräsident stellte sich der damalige 3. Bürgermeister von Heimbuchenthal, Florian Spieler, zur Verfügung. Die Schirmherrschaft übernahm Erhard Zimmer. Die Vorstandschaft unter der Leitung von Georg Kroth nutzte diesen Anlass, zahlreiche Vereinsmitglieder Verdienstehrennadeln in Gold und Silber zu überreichen. Für ihre Verdienste um den TSV Heimbuchenthal wurden der langjährige Vorsitzende Gottfried Kroth und sein Mitstreiter Josef Fath zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.

An diesem Jubiläumsfest wurden auch erstmals konkrete Gedanken zum Bau eines neuen Sportplatzes geäußert. Die Gemeindevertreter sagten hierfür auch spontan ihre Unterstützung zu.

Die Verwirklichung dieses Planes sollte in den nächsten Jahren einen breiten Raum an Aktivitäten des Vereins einnehmen. Man ging sofort daran nach geeignetem Gelände, vorzugsweise in der Nähe des bestehenden Sportplatzes zu suchen. Dieses Vorhaben gestaltete sich jedoch schwieriger als man sich das zunächst vorgestellt hatte.

So begannen die 80er Jahre und das 6. Jahrzehnt des TSV Heimbuchenthal.

 

Publiziert am: Montag, 16. November 2009 (451 mal gelesen)
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